Grundlagen von Fütterung und Verdauung – die wichtigsten Fütterungsarten
Dieser Beitrag wird vielleicht etwas trockener… aber anders kann ich es kaum erklären, damit ihr auch versteht, warum die richtige Ernährung und eine gesunde Verdauung so entscheidend für die Gesundheit unserer Hunde sind.
Natürlich versuche ich, das Ganze mit meinem grandiosen Humor etwas auf Demonstrationsniveau aufzulockern 😄 – oder lache am Ende nur ich alleine in mich hinein? :)))
Okay. Schluss mit Quatsch. Ernsthaftigkeit! 🙂
Eine gute Verdauung ist der Schlüssel zur Gesundheit deines Hundes
Das Verdauungssystem des Hundes teilen wir in zwei Bereiche:
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Oberer Verdauungstrakt: Maul, Speiseröhre und Magen
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Unterer Verdauungstrakt: Dünndarm, Dickdarm und After
Der obere Verdauungstrakt endet beim Magen – und dort findet ein großer Teil der Verdauung statt.
Sobald das Futter im Magen ankommt, sorgt starke Magensäure dafür, dass die Nahrung aufgespalten wird.
Spannender Fakt zur Magensäure des Hundes
Weißt du, woraus sie besteht?
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Salzsäure
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freie Salzsäure
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Pepsin – das wichtigste Verdauungsenzym, das Eiweiß in Polypeptide zerlegt
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weitere Verdauungsenzyme, die helfen, die Nahrung zu einem Brei zu verarbeiten
Die Magensäure von Hunden ist viel, viel saurer als die von Menschen. Kein Wunder: Wir essen keine Knochen und kein rohes Fleisch.
Der pH-Wert im Hundemagen liegt ungefähr bei 1–2 (niedriger pH = sauer, höher pH = basisch).
Beim Menschen liegt der pH-Wert während der Verdauung eher bei 5–6.
Stress und Verdauung hängen zusammen
Wie beim Menschen kontrolliert auch beim Hund das zentrale Nervensystem Maul, Rachen und Speiseröhre – also Kauen und Schlucken (bis zu einem gewissen Grad bewusst).
Der Magen sowie Dünn- und Dickdarm werden dagegen vom autonomen Nervensystem gesteuert – also dem Teil, der auch unbewusste Funktionen wie Atmung und Herzschlag regelt.
Heißt: Wenn dein Hund Magenprobleme hat, denk daran, dass Stress sich stark auf den Verdauungstrakt auswirken kann – und zwar so, dass der Hund darauf unbewusst reagiert.
Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse – Teamwork im Bauch
Neben dem Magen liegen auch Leber und Gallenblase. Sie produzieren die gelbliche, bittere Flüssigkeit Galle, die im Dünndarm Fette aufspaltet.
Das Futter wandert vom Magen weiter (mit Unterstützung der Bauchspeicheldrüse) in den Dünndarm. Diese Organe verarbeiten und „verwalten“ die Nährstoffe.
Bis hierhin ist der Verdauungstrakt dank der sauren Umgebung fast steril.
Das ändert sich schlagartig, sobald der „Rest“ in den Dickdarm gelangt.
Der Dickdarm: die Zentrale – und das Bakterien-Leben beginnt
Der Dickdarm ist der Ort, an dem die meisten Bakterien leben – und sie warten schon ungeduldig darauf, den Brei (der noch nicht „Kacke“ heißt 😄) weiter zu zerlegen.
Der Dickdarm ist auch fürs Immunsystem extrem wichtig:
Wenn er gut funktioniert, hält er die guten Bakterienkulturen im Gleichgewicht und bremst die schädlichen aus.
Außerdem hilft er, Flüssigkeit aufzunehmen und den Wassergehalt des Kots zu regulieren.
Wenn der Dickdarm seine „Abfallverarbeitung“ abgeschlossen hat, übernimmt wieder das zentrale Nervensystem, damit dein Hund steuern kann, wann und wo er sein Geschäft erledigt 🙂
(Was ehrlich gesagt nicht schlecht ist – zumindest bei denen, bei denen das auch wirklich klappt… 😅)
Auch wenn der Dickdarm quasi das „Abfallzentrum“ ist, spielt er eine riesige Rolle im Wasserhaushalt und in der Nutzung von Elektrolyten, bevor der Körper das endgültig Unbrauchbare ausscheidet.
Die Darmflora beeinflusst das Immunsystem massiv
Die meisten Bakterien leben im Dickdarm. Tja – da fühlen sie sich nun mal wohl 🙂
Diese „guten“ Bakterien helfen nicht nur dabei, Nahrung zu verwerten, sondern versorgen den Körper auch mit wichtigen Vitaminen, wie z. B. Vitamin K.
Die Bakterien im Darm haben einen enormen Einfluss auf das Immunsystem:
Sie können es sowohl stärken als auch dämpfen.
Wenn diese „guten“ Bakterienstämme aus dem Gleichgewicht geraten, kippt die Verdauung. Auslöser können sein:
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Stress
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Krankheit
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falsche Ernährung
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Medikamente – besonders Antibiotika, weil sie gute und schlechte Bakterien gleichzeitig abtöten
Die Folge kann Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall oder auch Verstopfung sein.
Ein (leicht ekliger, aber wichtiger) Vergleich
Okay, das wird jetzt ein bisschen „bäh“, aber du brauchst es für den nächsten Beitrag 😄
Stell dir den Darm deines Hundes innen vor wie eine Frottee-Socke: außen eine Wand, innen viele kleine „Fasern“ (Zotten).
Normalerweise liegen sie eng aneinander und schützen den Körper davor, dass Giftstoffe und Bakterien durch die Darmwand in den Blutkreislauf gelangen.
Wenn die Zotten nicht gut hydratisiert sind, haften sie nicht richtig zusammen – dann können Darmentzündungen, Verstopfung oder Durchfall entstehen.
Aber so unangenehm das ist: Das ist noch nicht mal das Schlimmste…
Stell dir den Darm wie einen sicheren Kanal vor, durch den „gefährlicher Abfall“ abtransportiert wird.
Wenn dieser Kanal beschädigt ist, kann der giftige Müll „auslaufen“ – und tatsächlich in den Körper gelangen.
Und das beeinflusst nicht nur die „Qualität“ des Kots…
Durch eine geschädigte Darmwand wird nicht nur „gute“ Nahrung aufgenommen, sondern auch Dinge, die nicht hinein sollten. Das kann – neben Verdauungsproblemen – auch zu Analdrüsenentzündungen führen und (jetzt festhalten!) zu den meisten Hautproblemen: Die hängen oft mit einem schlechten Zustand des Dickdarms und einer überlasteten Leber zusammen.
Wow. Hättest du das gedacht?
Ich schweife nicht weiter aus (obwohl ich dazu wirklich viel sagen könnte).
Die Quintessenz: Richtige Ernährung ist die Basis von allem.
Die drei wichtigsten Fütterungsrichtungen (bei uns)
Die Reihenfolge ist zufällig.
1) Trockenfutter (Kibble)
Die akzeptierteste, bequemste und einfachste Fütterungsform. In einem Sack ist alles drin, was der Hund braucht… oder?
Tatsächlich ist es die schlechteste Art, deinen Hund zu füttern – selbst wenn du „Premium“ kaufst.
Ich weiß: Nicht jeder kann roh füttern. Aber auch dann sollte man die Fakten kennen.
In Trockenfutter landen – egal, was auf der Verpackung steht – oft Fleischquellen geringerer Qualität, die nicht immer wirklich frisch sind (man kann vieles „optimieren“).
Natürlich gibt es Hunde, die mit Trockenfutter scheinbar problemlos leben. Aber wir wissen nicht, wie es ihnen ginge, wenn sie die bestmöglich verwertbare Nahrung bekämen.
Ich will niemanden verletzen oder verurteilen. Ich sehe es nur als meine Aufgabe, ein bisschen die Augen zu öffnen.
Trockenfutter ist oft voll mit Getreide. Getreide an sich wäre nicht zwingend ein Problem – früher war im Mageninhalt der Beute auch etwas davon. Aber in ganz anderen Mengen.
Getreide kommt nicht aus „Gesundheitsgründen“ ins Futter, sondern weil es die Produktion billiger macht.
Trockenfutter-Fütterung ist ein bisschen so, als würdest du dein ganzes Leben lang Haferflocken essen – aber nicht die gesunden, sondern die mit Zucker und Farbstoffen.
Für die Einleitung reicht das erstmal – später können wir darüber noch sprechen 🙂
2) Gekochte Ernährung
Ein bisschen besser als Trockenfutter, weil du genau siehst, was im Napf landet.
Beim Kochen gehen allerdings viele wertvolle Vitamine verloren. Auch das Eiweiß im Fleisch verändert sich durch Hitze, was nicht ideal ist.
Trotzdem: Es ist in der Regel ein Schritt besser als Trockenfutter.
Hier ist es wichtig, den Körper des Hundes durch passende Ergänzungen (auch saisonal) sinnvoll zu unterstützen.
3) Rohfütterung
Du ahnst es: Das ist die Fütterungsform, die ich am meisten bevorzuge.
Nicht weil es gerade „Trend“ ist. Und auch nicht, weil ich möchte, dass meinem Hund ein Hähnchenschenkel im Hals stecken bleibt. Und auch nicht, weil ich Millionen beim Tierarzt lassen will…
Ganz ehrlich: Das meiste Geld habe ich damals bei Tierärzten gelassen, als wir Bosco mit Trockenfutter gefüttert und Medikamente gegeben haben, „damit es ihm sicher besser geht“.
Spoiler: Es wurde nicht besser.
Ein Hund ist ein Fleischfresser – Fleisch ist sein Ding 🙂
Klar: Bulldogs, Yorkies oder Dalmatiner sind keine Wölfe, logisch.
Aber ihr Verdauungssystem hat sich nicht grundlegend verändert: Es ist auf Fleisch ausgelegt.
Und ich sage: Der Hund ist auf uns angewiesen – er frisst das, was wir ihm geben.
Es ist also unsere Verantwortung, ob er gesund frisst oder nicht. Genau wie bei einem Kind: Der Erwachsene entscheidet, ob Schokolade oder Apfel in die Hand gedrückt wird.
Vielleicht waren meine Beispiele etwas direkt – aber einfacher kann ich es nicht erklären.